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Was macht Composings so faszinierend?

Es ist glaube ich, das Stück Magie, das darin steckt. Dass es so glaubhaft aussieht, dass man meint, es seie Realität.
J.R.R. Tolkien hat im Jahr 1939 einen Vortrag über „fairy-Stories“ gehalten. Darin beschreibt er folgendes:
„Was eigentlich geschieht, […] ist, daß sich der Erzähler als ein erfolgreicher ‚Nebenschöpfer‘ erweist. Er schafft eine Sekundärwelt, die unser Geist betreten kann. Darinnen ist ‚wahr‘, was er erzählt: Es stimmt mit den Gesetzen jener Welt überein. Daher glauben wir es, solange wir uns gewissermaßen darinnen befinden. Sobald Unglaube aufkommt, ist der Bann gebrochen; der Zauber, oder vielmehr die Kunst, hat versagt. Und dann sind wir wieder in der Primärwelt und betrachten die kleine, mißlungene Sekundärwelt von außen.“ Die Nebenschöpfung („sub-creation“) zeigt eine Abhängigkeit der Fantasie von der realen Welt, da der Autor immer auf ihm Bekanntes zurückgreifen muss, selbst wenn er etwas völlig Unbekanntes beschreiben möchte. (https://de.wikipedia.org/wiki/On_Fairy-Stories).
Genau so ist es auch bei den Fotocomposings. Wir müssen uns, als „Nebenschöpfer“ an die Regeln der realen Welt halten, um unser Werk glaubhaft herüberzubringen. Die Perspektive, der Schattenwurf, der Lichteinfall, die Blendenunschärfe (die Naturgesetze) - das muss stimmen, sonst bleibt es eine kleine misslungene Sekundärwelt.
Das funktioniert nur mit Übung. Und hier beweist sich auch, dass wir, auch wenn wir nicht „out of Cam“ arbeiten, gute Fotografen sein müssen. Wenn wir in unserem Composing Dinge einsetzen wollen, dann reicht es oft nicht, sich an Stockfotografien zu bedienen. Die haben oft nicht die gewünschte Perspektive, nicht das richtige Licht. Dann muss man sich das selbst fotografieren. So, wie man es braucht.
Wenn ich einen faszinierenden Gegenstand sehe, von dem ich mir vorstellen kann, ihn in einem Composing zu nutzen, dann fotografiere ich ihn mehrmals aus verschiedenen Winkeln. Mit Aufsicht, mit Untersicht, von rechts, von links. Man weiß ja nie, wie man ihn einmal verwenden wird.

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